Ich funktioniere noch. Aber nur noch knapp.

An dich.

Du bist heute wieder aufgestanden. Hast Frühstück gemacht. Hast funktioniert.

Niemand hat gefragt wie es dir geht. Und ehrlich gesagt – du hättest wahrscheinlich gelogen.

„Gut. Alles okay. Bisschen müde halt.“

Dabei weißt du selbst nicht mehr genau, wann du das letzte Mal wirklich okay warst. Nicht müde. Nicht angespannt. Nicht innerlich auf Abruf. Einfach okay.

Das ist so lange her, dass du aufgehört hast daran zu denken.

 

Es gibt diesen Zustand, für den es keinen richtigen Namen gibt. Du bist nicht krank. Du bist nicht depressiv. Du bist nicht ausgebrannt im klinischen Sinne. Aber du bist auch nicht okay.

Du funktionierst.

Jeden Tag. Zuverlässig. Ohne Pause.

Du erledigst, koordinierst, planst, entscheidest, tröstst, erklärst, hältst zusammen. Du bist der Fels. Du bist die Konstante. Du bist die Person, die immer weiß was zu tun ist – auch wenn sie selbst gerade keine Ahnung hat wie es ihr geht.

Und abends, wenn alle schlafen – sitzt du da. Leer. Nicht traurig. Nicht wütend. Einfach leer.

Als hättest du den ganzen Tag so viel gegeben, dass für dich selbst nichts mehr übrig ist.

» Das ist keine Schwäche. Das ist ein Nervensystem, das seit Monaten auf Hochbetrieb läuft. «

Der Moment wo ich aufgehört habe mich zu kennen

Ich erinnere mich noch genau. Es war ein ganz normaler Dienstag. Nichts Besonderes. Kein Drama. Kein großer Zusammenbruch.

Jemand hat mich gefragt: Was machst du eigentlich gerne? So für dich, wenn du Zeit hast?

Und ich hab gestockt.

Nicht weil die Frage schwer war. Sondern weil ich die Antwort nicht mehr wusste.

Ich hab nachgedacht. Wirklich nachgedacht. Und dann hab ich gemerkt: Ich weiß es nicht mehr. Nicht wirklich. Ich weiß was die Kinder gerne mögen. Ich weiß was mein Partner zum Abendessen will. Ich weiß welche Termine nächste Woche anstehen. Aber was ich will? Was mich auffüllt? Was sich gut anfühlt – nicht weil es jemand anderem hilft, sondern einfach weil ich es mag?

Keine Ahnung.

Das war der Moment wo ich gemerkt habe: Ich bin nicht mehr da. Nicht wirklich. Ich existiere, ich funktioniere, ich bin präsent für alle – aber ich bin nicht mehr bei mir.

Und das, glaube ich, ist die tiefste Form von Erschöpfung. Nicht die körperliche. Sondern die, wo du dich selbst verlierst und es lange nicht mal bemerkst.

Was niemand dir sagt

Emotionale Erschöpfung sieht von außen nicht aus wie Erschöpfung.

Sie sieht aus wie eine Mama die alles im Griff hat. Die lächelt. Die auf WhatsApp antwortet. Die die Schuljause vorbereitet und trotzdem noch den Arzttermin im Kalender hat. Die bei der Elternversammlung sitzt und nickt und Notizen macht und innerlich schon längst weg ist.

Drinnen sieht es anders aus.

Drinnen ist da diese stille Stimme die sagt: Ich kann nicht mehr. Nicht laut. Nicht dramatisch. Einfach da. Wie ein leises Summen das nie aufhört.

Vielleicht kennst du das:

Du sitzt im Bad. Eine Minute für dich. Die einzige Minute des Tages wo niemand etwas von dir will. Und du weißt nicht mal mehr was du eigentlich gerne tust. Was dich entspannt. Was dich auffüllt. Weil es so lange her ist, dass du das letzte Mal gefragt hast.

Oder du liegst nachts im Bett. Totmüde. Und kannst trotzdem nicht schlafen. Weil der Kopf einfach nicht aufhört. Die To-do-Liste von morgen. Das Gespräch von heute das du hätte anders führen sollen. Die Sorge die du tagsüber weggeatmet hast und die jetzt wiederkommt.

Das ist der Moment, wo echte Erschöpfung beginnt. Nicht wenn man weint. Sondern wenn man aufhört, sich selbst zu kennen.

5 Zeichen dass du emotional erschöpft bist

Kein Ratgeber. Keine Checkliste die du abhakst. Nur ein paar Sätze – und du weißt selbst ob sie stimmen.

Du reagierst auf Kleinigkeiten. Der Becher der umfällt. Die Socken die wieder neben dem Wäschekorb liegen. Das Nachfragen beim Abendessen. Du weißt dass es Kleinigkeiten sind. Du reagierst trotzdem – weil dein inneres Fass schon längst voll ist.

Du sehnst dich nach Stille. Nicht nach Urlaub, nicht nach einem besonderen Erlebnis. Einfach nach Stille. Danach dass mal eine Stunde lang niemand etwas braucht. Dass du einfach existieren darfst ohne gleichzeitig jemandes Mama, Partnerin, Tochter, Kollegin zu sein.

Du erinnerst dich kaum an den letzten Moment wo du wirklich entspannt warst. Nicht halb entspannt. Nicht „ich hab kurz auf mein Handy geschaut während die Kinder gespielt haben“. Wirklich entspannt. Runtergeschaltet. Bei dir.

Du tust Dinge für andere und fragst dich manchmal warum. Nicht weil du es nicht willst. Sondern weil du so tief im Automatikmodus bist dass du gar nicht mehr weißt ob du es wählst oder einfach tust weil es erwartet wird.

Du bist umgeben von Menschen und trotzdem manchmal sehr allein. Nicht weil niemand da ist. Sondern weil niemand wirklich fragt. Oder weil du nicht mehr weißt wie du es erklären sollst. Oder weil du so lange stark sein musstest, dass du vergessen hast wie sich Schwachsein anfühlt.

Wenn du bei einem dieser Punkte genickt hast – dann ist das kein Zufall dass du hier bist.

Der Körper lügt nicht

Dein Kopf sagt: Ich schaff das noch. Dein Körper sagt: Nein.

Schlechter Schlaf. Obwohl du todmüde bist. Spannung im Nacken die nie ganz weggeht. Kopfschmerzen die kommen und gehen. Gereiztheit über Kleinigkeiten die dir eigentlich egal sein sollten. Das Gefühl, dass du kurz davor bist zu explodieren – oder zu verschwinden.

Manchmal auch das Gegenteil: Diese merkwürdige Taubheit. Wo du eigentlich nichts mehr fühlst. Nicht traurig, nicht glücklich. Einfach flach. Als wäre der Gefühlsschalter auf stumm gestellt.

Das ist kein Charakterfehler. Das ist Biologie.

Ein Nervensystem das dauerhaft unter Strom steht, schüttet Stresshormone aus – Cortisol, Adrenalin – die eigentlich für kurze Notfallsituationen gedacht sind. Nicht für Monate. Nicht für Jahre. Wenn das zu lange geht, kann das Nervensystem irgendwann nicht mehr runterschalten. Nicht weil du es nicht willst. Sondern weil es buchstäblich nicht mehr kann.

Was hilft, ist nicht mehr tun. Was hilft, ist anders ansetzen.

Kleine Dinge. Echte Dinge. Dinge die nicht eine Stunde Freizeit voraussetzen die du sowieso nie hast.

Wenn du spürst dass dein Kopf einfach nicht abschaltet – auch nicht nachts – dann ist das genau das Signal, das ernst genommen werden will. Der Onlinekurs „Klar im Kopf – ruhig im Herz“ ist dafür gemacht. Vier Wochen, kurze Übungen, kein spiritueller Hype – einfach ehrliche Werkzeuge für ein Nervensystem das endlich wieder runterschalten will. Keine Vorkenntnisse nötig. Kein extra Zeitaufwand den du nicht hast.

Oder wenn du weißt dass du fünf Minuten hast – wirklich nur fünf – dann schau dir „5 Minuten Achtsamkeit am Tag“ an. Klingt klein. Ist es auch. Und genau das ist der Punkt. Weil fünf Minuten die du wirklich nutzt mehr wert sind als eine Stunde die du dir schuldest und nie nimmst.

Was sich wirklich ändert wenn du anfängst dich zu sehen

Ich will dir nichts versprechen was nicht stimmt.

Es wird nicht von heute auf morgen leichter. Die Kinder werden weiterhin Chaos machen. Der Alltag wird weiterhin fordernd sein. Die To-do-Liste wird nicht kürzer werden.

Aber etwas anderes verändert sich.

Du veränderst dich.

Nicht dramatisch. Nicht auf einmal. Sondern in kleinen Momenten die sich irgendwann summieren. Der Moment wo du merkst dass du tief durchatmest anstatt sofort zu reagieren. Der Moment wo du eine Frage nach dir selbst stellst – und eine Antwort hast. Der Moment wo du nicht mehr nur funktionierst, sondern wieder ein bisschen lebst.

Das klingt klein. Es ist alles.

Weil eine Mama die sich selbst kennt, die weiß was sie braucht und die anfängt das auch zu holen – diese Mama ist präsenter. Nicht perfekter. Präsenter. Echter. Mehr sie selbst.

Und genau das – nicht die perfekte Mama, sondern die echte – ist das was deine Kinder wirklich brauchen.

Was ich dir sagen will

Du musst das nicht alleine tragen.

Nicht das Funktionieren. Nicht die Erschöpfung. Nicht das Gefühl, dass du irgendwie nicht genug bist obwohl du so verdammt viel gibst.

Du gibst alles. Das Problem ist nicht, dass du zu wenig gibst. Das Problem ist, dass niemand dir auch gibt.

Und das erste was sich ändern darf – bist du. Nicht weil du dich verändern musst. Sondern weil du es verdienst, auch aufgefüllt zu werden.

Du bist nicht nur Mama. Du bist auch noch jemand.

Und diese Person – die darf auch müde sein. Die darf auch Grenzen haben. Die darf auch sagen: Heute reicht es.

Und dann – ganz langsam, ganz ohne Druck – anfangen sich selbst wiederzufinden.

Du bist noch da. Ich verspreche dir das.

 

Hast du dich in diesem Artikel wiedererkannt? Schreib mir in die Kommentare. Ich les wirklich alles.

 

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